Volk der Mapuche

Das Volk der Mapuche existiert seit mehr als 15.000 Jahren und lebt in einem Gebiet im Süden Lateinamerikas, die immer noch von Chile und Argentien besetzt ist. Bei der letzten Volkszählung in Chile haben mehr als eine Million Leute angegeben dem Volk der Mapuche anzugehören.
Das Wort “mapuche” setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: “Mapu” (Erde, Territorium) und “che” (Menschen, Personen) sozusagen “Menschen der Erde”. Die “Mapu” und die “Che” sind mit einander in einer reziproke Beziehung verbunden. Da die soziale, ökonomischen, politischen und religiösen Praktiken nur dank der Existenz der “Mapu” möglich ist, sind die “Mapu” und die “Che” untrennbar. Genauso versteht sich das Konzept von “Mapu” nicht nur im engeren Sinn, das heißt nicht als fassbaren materiele Raum, sondern wird aud alle Bereiche des Lebens im Universum angewendet: “Mapu” im kosmischen Sinn.
Folgende Dokumentation beschreibt die Geschichte der Mapuche des letzten Jahrhunderts und kann helfen ihren Kampf nachzuvollziehen.
Ñgen Mapu Kintuante
Der Fluss Pilmaiquén, ca. 900 km südlich von Santiago, ist seit langst vergessenen Zeiten der “Wohnort” Kintuantes und Kilen Wentrus, die Schutzgeister des Flusses, dieses Gebietes und dessen Bewohner. Dieser Geister reisen durch den Fluss und man bittet sie in Gebeten darum, dass die “Ñuke Mapu” (Mutter Erde) ihnen Nahrung spendet, sie schutzt, wenn sie krank sind, den “Machi” (Heilerin) Heilkräuter spendet; z. B. die Machi Millaray Huichalaf aus der Gemeinde “El Roble-Carimán”, die im Gfängnis von Valdivia saß, weil sie dieses heilige Gebiet verteidigt hatte. In Kintuante gibt es sich ändernde Orte an denen sich die Energien der Ahnen und der Natur sammeln. Diese Orte nennt man “Renü”. Dort gehen die Mapuche hin um Weissheit zu erlagen. Kintuante ist daher in religiöser und zeremonieller Ort, der eine große Bedeutung für die Weltvorstellung der Mapuche hat.
An diesem Ort, schon 1944, wurde das erste Wasserkraftwerk des Landes gebaut. Die Firma “Hidroeléctrica Pilmaiquen S.A.” hat begonnen einen neuen Staudamm zu bauen, der 18 km² des Gebietes überschwemmen wird, das Teil des heiligen Ortes Kintuantes ist. Dadurch werden nicht nur Ackerflächen und Urwald überschwemmt, sondern auch ein heiliger Ort der Spiritualität der Mapuche zerstört. Der Historiker Martín Correa stellt fest, dass “das Verschwinden Kintuantes konstituiert einen offenen Angriff auf die Religiosität der Mapuche und ihre Rituale, und verletzt ihr kulturelles Erbe”.
Jedoch musste eine Umweltstudie vorgelegt werden, welche fälschlich bestätigt, dass “am geplanten Ort des Projekts keine von Sonderrechten geschützten Gemeinden leben”, weshalb die “Comisión Nacional del Medioambiente” (in etwa: Umweltkommission) eine Baugenehmigung aushändigte. Auch wenn Spezialisten, wie der Anthropologe Rodrigo Moulian, davor warnten. Moulian erklärt, dass dieser Ort ein heiliges Gebiet ist, welches aus verschiedenen Komponenten besteht: ein Friedhof, ein alter Nguillatuwe zwei Renüs, welche

Für die Mapuche, wie den lonko (Stammesführer) Rodelio Torres Chiuca, “ist Ñgen Mapu Kintuante ein sehr wichtiges Wesen unserer Spiritualität. Für uns ist die Konstruktion des Staudamms des Flusses so, als würde man einen Staudamm auf einer Kirche der Katholiken errichten”.


Die Gemeinschaften Pilmaiquén, Rupumeica, Mehuín und Trafún haben einen Prozess in Gang gesetzt um sich das Grundstück auf dem der Staudamm steht, wieder anzueignen. Diese Besetzung des Grundstückes wird, unter anderem, von der Stammes-führerin Juan Cuante. Mit ihr stehen wir in direkten kontakt und sie ist die Begünstigte einiger unserer Aktionen. Zur Zeit ist der Bau der Anlage, dank der besetzung, gestoppt. Die Besetzer leisten weiterhin Wiederstand und verteidigen damit ñgen Mapu Kintuante.

Wir laden Euch dazu, ein, Juana Cuante, in folgendem Interview der Zeitschrift Azkintuwe, näher kennenzulernen.

http://www.azkintuwe.org/20130706_001.htm

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